16.01.20
Tickets Kreuzberg Vibrations, Aras Örens »Berliner Trilogie« im Gespräch in Berlin

Kreuzberg Vibrations Aras Örens »Berliner Trilogie« im Gespräch 16.01.20 in Berlin, Literarisches Colloquium Berlin e.V.

Donnerstag 16.01.20
Einlass: 17:30, Beginn: 18:30
Literarisches Colloquium Berlin e.V., Am Sandwerder 5, 14109 Berlin

Tickets zu Kreuzberg Vibrations Berlin


Informationen

Kreuzberg Vibrations
Aras Örens »Berliner Trilogie« im Gespräch
18.30 h Filmvorführung: »Frau Kutzer und andere Bewohner der Naunynstraße« (D 1973, 54 Min., R: Friedrich Zimmermann, OV)
19.30 h Lesung und Gespräch: mit Nadire Y. Biskin, Özlem Özgül Dündar,
Björn Kuhligk, Aras Ören, Jörg Sundermeier

Aras Örens »Berliner Trilogie« ist eines der zentralen Werke deutscher Literatur in nicht-deutscher Sprache. Den auf Türkisch verfassten, jedoch von 1973 bis 1980 zuerst in deutscher Übersetzung im Rotbuch Verlag erschienenen drei Bänden über den Arbeiter Niyazi und seine Nachbarn in der Kreuzberger Naunynstraße gelingt im Auffächern verschiedener Biographien eine poetische Geschichte der Arbeit. Indem Erinnerungen, Hoffnungen, Enttäuschungen, Wut und Schmerz nachempfunden werden, wird der komplexe „Vibrationshintergrund“ (Deniz Utlu in seinem Hörraum »Die Sprache des Archivs« auf dichterlesen. net, den Kölner Autor Selim Özdogan zitierend) eines gemeinsamen, manchmal geteilten urbanen Arbeits- und Alltagsraums von Migrant·innen und Eingesessenen in der BRD transportiert. Dass die Geschichte Deutschlands in der Nachkriegszeit und im besonderen Maße ihre wirtschaftliche Erfolgsgeschichte nur mit den Perspektiven und Sprachen der Arbeitsmigration geschrieben werden kann, zeigen Örens Gedichte in eindrucksvoller Weise. Anlässlich der gesammelten Neuherausgabe der »Berliner Trilogie« im Verbrecher Verlag sprechen der Verleger Jörg Sundermeier und die Lyriker·innen Nadire Y. Biskin, Özlem Özgül Dündar und Björn Kuhligk darüber, welchen Einfluss das an Nazim Hikmet und Bertolt Brecht geschulte Langpoem auf die jüngere Lyrikgeneration in Deutschland ausübte und welche Merkmale es zu einem wichtigen Bezugspunkt für poetisches Schreiben mit politischer Ausrichtung in Deutschland machen. Zuvor gibt es die seltene Gelegenheit, das auf dem ersten Teil der Trilogie beruhende Dokudrama »Frau Kutzer und andere Bewohner der Naunynstraße« (D 1973, SFB, 54 Min., Regie: Friedrich Zimmermann, mit Aras Ören, Tuncel Kurtiz, Krikor Melikyan, Güner Yüreklik) in voller Länge zu sehen.

Eintritt 8 € / 5 €

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